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Aktuelle Artikel
  • 23.11.2017 09:20

    Kapsch: Mautgebühren sind ein einträgliches Geschäft

    Die Kapsch TrafficCom hat eine beherrschende Stellung im Markt für die elektronische Mauterhebung und baut ihre Position in weiteren Bereichen des Marktes für intelligente Transportsysteme aus. Das Geschäftsmodell ist attraktiv, mit einem soliden, wiederkehrenden Cashflow. Geführt wird das Unternehmen von der Gründer-Familie, die auch einen Großteil der Aktien besitzt.

    12% Marktwachstum

    Der Markt für intelligente Transportsysteme, bewertet mit rund 17 Mrd. $ im Jahr 2016, soll bis 2020 jährlich um 9% wachsen. Der Bereich elektronische Mauterhebung soll sogar noch schneller – um 12% pro Jahr – wachsen. Diese Wachstumserwartungen sind nicht überraschend.

    Der Trend zur Urbanisierung führt zu einer höheren Fahrzeugdichte in den Städten, was zu größeren Staus und höheren Umweltbelastungen führt. Intelligente Verkehrsmanagementsysteme und Preismodelle sind mehr und mehr als Lösungen sowohl für den Druck auf die bestehende Verkehrsinfrastruktur als auch in Bezug auf die negativen Effekte für die Umwelt gefragt.

    Nummer 1 als Technologieanbieter

    Kapsch hat eine starke Wettbewerbsposition in diesem attraktiven Markt. Das Unternehmen hat einen Marktanteil von rund 10% und ist als Technologieanbieter die Nummer 1. Zudem nimmt Kapsch als Systemintegrator weltweit eine dominante Stellung ein. Als Systemintegrator verkauft das Unternehmen nicht nur Hardware, sondern bietet seinen Kunden schlüsselfertige Komplettsysteme inklusive Design, Errichtung und Integration von Komponenten und Subsystemen, wie z. B. die Mautstationen und das Zentralsystem an.

    Viele von diesen Kunden wollen auch, dass Kapsch den technischen Betrieb (Wartung) und/oder den kommerziellen Betrieb (Callcenter oder Zahlungsprozesse) übernimmt. Das führt bei Kapsch zu einem wiederkehrenden Umsatz mit einer hohen Marge. Während die installierte Basis mit jedem neuen Projekt größer wird, wird dieser wiederkehrende Umsatz ebenfalls größer und größer.

    Umsatz steigt um 8%

    Im 1. Quartal 2017 steigerte Kapsch TrafficCom den Umsatz um 7,9% auf 164,3 Mio. €. Erfreulicherweise stieg sowohl im Segment Electronic Toll Collection (ETC) als auch im Segment Intelligent Mobility Solutions (IMS) der Umsatz. Auf die Region EMEA (Europa, Mittlerer Osten, Afrika) entfielen 64,9% des Umsatzes. Die Region Americas (Nord- und Südamerika) steuerte 29,6% bei und die Region APAC (Asien-Pazifik) 5,5%.

    Das operative Ergebnis (EBIT) lag mit 11,7 Mio. € unter dem Vorjahreswert von 17,6 Mio. €. Das entspricht einer EBIT-Marge von 7,1%. Negative Währungseffekte belasteten das EBIT mit 3,8 Mio. €. Zudem enthielt das EBIT im Vorjahresquartal einen positiven Einmaleffekt in Höhe von 3,0 Mio. €. Bereinigt um alle Einmaleffekte war die EBIT-Entwicklung nahezu stabil.

    Unterm Strich hat Kapsch mit 6,6 Mio. € knapp die Hälfte weniger verdient. Dass sich der Gewinneinbruch nur unwesentlich auf den Kurs ausgewirkt hat, liegt auch daran, dass Kapsch ein Familienunternehmen ist. Solche Unternehmen denken nicht in Quartalen, sondern es stehen langfristige Strategien im Vordergrund. Mobilität, Sicherheit und Digitalisierung sind die kommenden Schwerpunkte von Kapsch.

    Erhebliches Aufwärtspotenzial

    Die Aktie von Kapsch notiert bei 46,15 € und damit rund 165% höher als der tiefste Punkt in den vergangenen 5 Jahren. Trotzdem hat Kapsch immer noch erhebliches Aufwärtspotenzial. Basierend auf meinen Schätzungen erwarte ich eine durchschnittliche jährliche Kursrendite von rund 12%. Als Sahnehäubchen bekommen Sie obendrauf eine Dividendenrendite von 3,4%.

  • 23.11.2017 06:00

    Steht diese Aktie vor einem Comeback?

    Öl sprudelt nicht überall aus dem Boden. Selbst in Saudi-Arabien ist es gar nicht mehr so einfach, das „Schwarze Gold“ zu fördern. Immer komplexere Verfahren müssen herhalten, um den Schmierstoff für die Weltwirtschaft zu akzeptablen Preisen ans Tageslicht zu holen. An dieser Stelle kommen Unternehmen wie Schoeller-Bleckmann ins Spiel.

    Schoeller-Bleckmann Oilfield (SBO) ist einer der führenden Anbieter auf dem Gebiet der Hochpräzisionsteile für Richtbohrtechnologie der Ölfeld-Ausrüstungsindustrie. Schwerpunkt sind die Herstellung und der Vertrieb von amagnetischen Bohrstrangkomponenten. Zudem liefert SBO Bohrmotoren für die Ölfeld-Service- und die Tiefbau-Industrie sowie Bohrwerkzeuge. Abgerundet wird das Spektrum durch Reparatur- und Wartungsdienstleistungen.

    Die Zahlen stimmen wieder

    Das Branchenumfeld der Oilfield Service-Industrie zeigte in den USA starke Erholungstendenzen, während das internationale Umfeld stagniert. SBO profitierte von ihrer starken Positionierung auf dem nordamerikanischen Markt und legte bei Umsatz und Auftragseingang deutlich zu. So hat SBO im 1. Halbjahr den Umsatz um 54,2% auf 135,7 Mio € gesteigert. Der Auftragseingang hat sich auf 150 Mio € verdoppelt. Der gestiegene Umsatz spiegelt sich auch beim operativen Ergebnis (EBIT) wider, das sich von minus 36,2 Mio € im 1. Halbjahr 2016 auf minus 3,6 Mio € verbesserte.

    SBO hat auch in den Krisenjahren konsequent ihre Strategie umgesetzt, das Segment Oilfield Equipment erweitert und die Präsenz in Nordamerika ausgebaut. Davon profitiert der Konzern schon heute, denn in dieser Region läuft es wieder sehr gut. Besonders das 2. Quartal war stark. Hier konnte SBO den Umsatz und das Ergebnis gegenüber dem Jahresanfang noch einmal deutlich verbessern. Erstmals seit 2 Jahren war das EBIT wieder positiv.

    Die Eigenkapitalquote lag Ende Juni bei 51,1%. Der Bestand an liquiden Mitteln betrug 177,6 Mio €. Die solide Bilanzstruktur ermöglicht SBO, zeitnah auf Marktentwicklungen zu reagieren und da, wo es sinnvoll ist, zu investieren. Derzeit investiert SBO in Nordamerika, wo im Segment Oilfield Equipment die Kapazitäten erweitert werden. Damit schafft SBO die Grundlage, um in vollem Umfang am Aufschwung teilzuhaben.

    Doch was heißt das für Aktionäre?

    Schoeller-Bleckmann hat endgültig die Talsohle durchschritten. Doch für uns reicht das noch nicht. Erst muss das Unternehmen diesen Trend bestätigen. Wir glauben nicht, dass die Aktie in den nächsten Monaten mit dem Gesamtmarkt mithalten kann und raten daher dazu, vorerst an der Seitenlinie zu bleiben. Schlaue Anleger bleiben durch uns informiert, halten sich aber von der Aktie noch fern!

  • 22.11.2017 06:00

    Lauert hier die zweite Amazon?

    Haben Sie schon einmal einen Freudenschrei wegen neuer Schuhe ausgestoßen? Nein? Dann sind Sie in guter Gesellschaft! Sollten Sie beim Blick auf neue Treter dagegen regelmäßig ausflippen, dann sagt Ihnen Zalando sicher bereits was.

    Der Online-Schuhhändler hat sich auch bei Mode etabliert und besticht mit einem großen Sortiment und niedrigen Preisen. Doch ist das Potenzial nicht so langsam ausgeschöpft? Wir haben das Unternehmen ganz ohne Emotionen für Sie analysiert und erklären Ihnen, ob Zalando wirklich zum Schreien ist!

    Gute Zahlen bei Zalando

    Zalando wurde 2008 in Deutschland gegründet und ist der in Europa führende Online-Versandhändler für Schuhe und Mode, aber auch im kleineren Maßstab für Accessoires, Beauty-Produkte und Sportartikel. Es wird mit über 1.500 Markenherstellern zusammengearbeitet. Das Sortiment reicht von Eigenmarken über Trendmarken bis hin zu etablierten Designermarken.

    Zalandos hohe Bewertung lässt wenig Spielraum. Nach der Veröffentlichung der Halbjahreszahlen verlor die Aktie deutlich, weil die Zahlen nicht die Erwartungen erfüllten.

    Dabei können sie sich sehen lassen: Das Umsatzwachstum betrug 21,5%, die durchschnittlichen jährlichen Bestellungen erreichten mit 3,7 einen neuen Höchstwert, und die Zahl der aktiven Kunden kletterte alleine im 2. Quartal um 800 Tsd auf 21,2 Mio, was dem größten Quartalzuwachs seit Ende 2015 entspricht. Bei der Kundenbindung macht der Konzern somit gute Fortschritte. Das hat aber seinen Preis.

    Die Logistik muss kontinuierlich verbessert werden. Die hohen Investitionen in schnellere Lieferungen und Retouren, der Ausbau der Kapazitäten und ein höherer Automatisierungsgrad in den Logistikzentren haben auf die operative Marge gedrückt. Nach 5,9% im Vorjahr erreichte sie aktuell 4,9%. An der Prognose für das Gesamtjahr hat das Management aber festgehalten. Es wird ein Umsatzwachstum in der oberen Hälfte der 20 bis 25% Spanne angestrebt, und die bereinigte operative Marge soll zwischen 5 und 6% liegen.

    Wir bleiben nüchtern

    Neben einer reibungslosen Logistik versucht der Konzern die Kundenloyalität auch durch die Erweiterung des Sortiments zu erhöhen. Das Partnerprogramm wurde um renommierte Marken wie Nike, Pepe, Lacoste und Esprit ergänzt. Eine weitere Initiative ist das Vorteils- und Treueprogramm Zet, das sich gerade in der Testphase befindet. Für 19 € im Jahr erhalten Kunden Vorzüge wie einen früheren Zugang zu Verkaufsaktionen, schnellere Lieferungen und persönliche Style- Beratungen.

    Zalandos Wachstums- und Innovationstempo bleibt zwar hoch, doch flippen wir als nüchterne Analysten deswegen noch lange nicht aus. Bei Rücksetzern kann der Wert wieder attraktiv werden. Vorher lassen Sie von der Aktie besser die Finger!

  • 21.11.2017 10:02

    Die Alpenrepublik wächst überdurchschnittlich

    Österreich ist in einem insgesamt wirtschaftlich stabilen und gesunden Zustand.

    Zu diesem Ergebnis kam die Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) in ihrer kürzlich veröffentlichten Studie. Nach 4 Jahren mit niedrigen Wachstumsraten zwischen 0,1 und 1,0% erzielte Österreich 2016 ein inflationsbereinigtes BIP-Wachstum von 1,5%. Im laufenden Jahr rechnen Experten mit einem BIP-Wachstum weit über dem Durchschnitt der Eurozone.

    Während das Institut für Höhere Studien (IHS) und die Österreichische Nationalbank (OeNB) von 2,2% ausgehen, erwartet das Wirtschaftsforschungsinstitut Wifo sogar 2,4%. Für 2018 rechnet man mit rund 2%. Verantwortlich für diese positive Entwicklung ist die 2016 verabschiedete Steuerreform und anziehende Exporte.

    Exportstarke Unternehmen wie Palfinger profitieren besonders von der steigenden Nachfrage nach Produkten made in Austria. Die weltweite Exportstatistik des Internationalen Währungsfonds gibt Aufschluss über die Veränderungen in der Exportlandschaft. Österreich verliert seit Jahren Marktanteile in den Hauptabsatzländern Deutschland, Italien und Tschechien.

    Gleichzeitig nehmen jedoch die Exporte in die USA und China stark zu. Ein Beispiel ist der Ziegelhersteller Wienerberger, der seit Jahren Erfolge am nordamerikanischen Markt feiert, während die Geschäfte in Europa stagnieren.

    Es gibt auch Baustellen

    Das BIP gilt als internationaler Indikator für Reichtum und Wohlstand einer Nation. Doch neben der Funktion als Indikator hat die Kennzahl für den Staat eine viel wichtigere Bedeutung. Ein steigendes BIP unterstellt eine steigende Wirtschaftsleistung und damit steigende Steuereinnahmen.

    Für zukünftiges Wachstum ist vor allem entscheidend, wofür der Staat die zusätzliche Liquidität verwendet. Bedarf an zusätzlichen Mitteln gibt es nämlich genug. Allen voran kletterte die Staatsverschuldung im Verhältnis zum BIP mit 84,6% in den vergangenen Jahren auf ein Hoch. Damit fällt Österreich nicht nur unter den Schnitt der Eurozone, sondern übersteigt auch bei Weitem das Maastricht-Kriterium von 60%.

    Auch wenn die Aufnahme von Fremdkapital aktuell zu besonders günstigen Konditionen möglich ist, müssen zukünftig neue Schuldverschreibungen gezeichnet werden, um auslaufende zu decken. Ein Anstieg des Zinsniveaus zeichnet sich bereits langsam ab. Das aktuell überdurchschnittliche Wachstum trügt besonders im langfristigen Vergleich. Während der Durchschnitt aller 35 OECD-Mitglieder seit 1995 um 60% wachsen konnte, verzeichnete Österreich ein Wachstum von lediglich 50%.

    Österreich belegt vorletzten Platz im Digitalisierungsvergleich

    Nachholbedarf gibt es vor allem im Bereich der Digitalisierung. Innovationsschwerpunkte wie die vernetzte Wertschöpfungskette, das Internet der Dinge oder die Industrie 4.0 haben alle eines gemeinsam: Den Bedarf an zentralisierten Datenquellen, die Cloud-Computing bietet. Gemessen an den Unternehmen die Cloud-Computing nutzen, bilden Österreich mit 17% und Deutschland mit 16% das Schlusslicht im Vergleich zu anderen Industrienationen.

    Finnland (58%), Schweden (49%) und Dänemark (45%) führen die Liste an. In Bezug auf die Internetgeschwindigkeit, die zu den ausschlaggebendsten Produktivitätsfaktoren zählt, bildet Österreich ebenfalls das Schlusslicht. In Finnland, Dänemark und Schweden verfügen 27 bis 33% der Unternehmen über Internetgeschwindigkeiten über 100 MB/s, während es in Österreich lediglich 11% sind.

    In Bezug auf den Onlinehandel zeichnet sich ein ähnliches Bild ab. 15% der österreichischen Unternehmen erwirtschaften mehr als 1% des Umsatzes über einen Online-Shop, während es in vergleichbaren Ländern wie Dänemark oder Schweden rund 28% sind. Auch die tägliche Verwendung moderner Informations- und Kommunikationsmittel ist in österreichischen Haushalten deutlich stärker von Bildung, Alter und Herkunft abhängig als in anderen Industriestaaten.

    Ineffizienzen im Gesundheitssystem und der öffentlichen Administration

    Neben der Digitalisierungslücke kämpft Österreich mit steigenden Kosten im Gesundheitssystem und Ineffizienzen in der öffentlichen Verwaltung. In den ersten 6 Monaten gingen rund 42.200 Personen in Rente und damit 3,3% mehr als im Vorjahreszeitraum. Das durchschnittliche Antrittsalter stagniert bei 60 Jahren und 3 Monaten und liegt weiterhin unter dem EU-Schnitt. Die Pensionszahlungen machen in entwickelten Industrienationen im Durchschnitt rund 8,2% des BIPs aus, während insgesamt 12% für soziale Transferleistungen aufgewendet werden.

    Österreich übertrifft diese Zahlen mit 13,5 und 18,2% deutlich. Zusätzlich ist die öffentliche Administration laut IHS-Studie aufgrund zu hoher Komplexität ineffizient. Im Mittelpunkt der öffentlichen Gesundheitsadministration stehen die Krankenkassenträger. Mit insgesamt 27 Kranken-, Unfall- und Pensionsanstalten für 9 Bundesländer weist Österreich eine weit überdurchschnittliche Administrationsdichte auf.

    Regulierungen bremsen Konjunkturmotor

    Seit Jahren wird über eine vollständige Überarbeitung der österreichischen Gewerbeordnung diskutiert. Im Mai hätte die neue Gewerbeordnungsreform verabschiedet werden sollen. Die Abstimmung im Nationalrat wurde je doch auf unbestimmte Zeit verschoben. Dabei wäre eine Überarbeitung höchste Zeit. Auf dem OECD-Regulierungs- Index, der Industrienationen je nach Regulierungsintensität zwischen 0 und 3 Punkten bewertet, schneidet Österreich in beinahe allen Branchen am schlechtesten ab.

    Besonders stark reguliert ist der Einzelhandel (2,5 von 3) und der Beratungssektor (2,7 von 3). Darüber hinaus werden im internationalen Vergleich die Regulierungen für Venture Capital und Eigenkapitalfinanzierungen kritisiert. Ein Vergleich mit den USA macht die Folgen der unterschiedlichen Gesetzgebung deutlich.

    In den USA stammen rund 80% des Kapitalstocks von Eigenkapitalgebern, während sich die restlichen 20% aus kurzfristigen Bankkrediten und anderen Fremdkapitalinstrumenten zusammensetzen. In Österreich ist die Situation genau umgekehrt. Damit ist die Abhängigkeit von Banken und dem Zinsniveau deutlich größer.

    Der Bankensektor hat sich erholt und treibt den ATX an

    Die österreichische Bankenlandschaft profitiert von dieser Situation. Die Erholung von der Finanz- und Wirtschaftskrise schreitet voran. Die Gewinne steigen trotz des herausfordernden Niedrigzinsumfelds, die Anzahl fauler Kredite ist rückläufig, und Fremdwährungskredite wurden abgebaut. Zusätzlich zeichnet sich ein langsam steigendes Zinsniveau ab, von dem besonders die Erste Group profitieren wird. Beinahe die Hälfte (48,7%) der ATX-Werte stammen aus dem Finanzwesen.

    Kein Wunder also, dass der ATX auf 12-Monats- Sicht bereits um 40% zugelegt hat. Unsere Favoriten sind Polytec, ams und Palfinger, die in den vergangenen Jahren unabhängig nationaler Entwicklungen einen Erfolg nach dem anderen erzielt haben.

  • 21.11.2017 06:00

    Ströer: Die Werbung der Zukunft

    Wer seine Produkte oder Dienstleistungen an den Kunden bringen will, der muss Werbung machen.

    Heutzutage kann man sogar online räumlich begrenzt um Kunden werben; beispielsweise das Fitnessstudio um die Ecke oder der neu eröffnete Italiener am Platz.

    Nicht selten bekommen wir heute Werbung von lokalen Anbietern direkt um die Ecke geboten.

    Doch der Großteil des Werbemarkts spielt sich noch immer im  wahren Leben ab: Schaufenster und Leuchtreklamen machen Kunden aufmerksam.

    Besonders in Städten bieten Bahnhöfe, Haltestellen und der gesamte ÖPNV Raum für die Suche nach Kunden.

    Was hinter Ströer steckt

    Firmen wie Ströer lassen die Grenzen zwischen Online und Offline zunehmend verschwimmen. So antiquiert, wie es scheint, ist „Plakat-Werbung“ nämlich schon lange nicht mehr.

    Ströer Media SE ist ein international tätiger Marketing-Konzern und der größte Anbieter für Out-of-home-Medien in Deutschland.

    Mit der Übernahme verschiedener Online-Portale wie t-online.de, wetter.info oder wanted.de hat sich der Medien-Konzern einen 2. Geschäftsbereich im digitalen Marketing aufgebaut.

    Ströer hat sich im 1. Halbjahr solide entwickelt; trotz der schwierigen wirtschaftlichen Rahmenbedingungen stieg der Umsatz um 18,9% auf 597 Mio. €.

    Der Gewinn verbesserte sich dabei um mehr als 1/4 auf 0,59 € pro Aktie. Allerdings sind die Zahlen im Vorjahr eher schlecht ausgefallen, weshalb eine Verbesserung absehbar war.

    Was ist los in der Türkei?

    Insgesamt ist die operative Geschäfts-Entwicklung von ernstzunehmenden Risiken geprägt. Die politischen Unruhen in der Türkei sind dabei besonders dramatisch.

    Die Türkei stellt für Ströer den zweitwichtigsten Absatzmarkt dar – direkt hinter Deutschland.

    Die politischen Entwicklungen sind dort kaum noch vorhersehbar. Die Geschäfte laufen nicht mehr.

    Die Türkei ist aus 2 Gründen zu einem wirtschaftlichen Risiko geworden.

    1. Zum einen ist der türkische Werbemarkt durch die Politik erheblich unter Druck geraten.
    2. Andererseits ist die Türkische Lira im Verhältnis zum Euro gegenüber dem Vorjahr nochmals deutlich gefallen.

    Da Ströer in Euro bilanziert, wirken sich die Wechselkurs-Effekte negativ auf die Ergebnisse aus.

    Warum Sie noch warten sollten

    Ströer hat deshalb die Reißleine gezogen und sich von den unprofitablen Geschäften in der Türkei getrennt. Betroffen war v. a. ein großer Vermarktungs-Vertrag mit der Stadt Istanbul.

    In Deutschland liefen die Geschäfte dagegen gut. Allerdings hat Ströer hier insbesondere mit der Digitalisierung zu kämpfen – der Markt verändert sich.

    Ähnlich herausfordernd ist der polnische Werbemarkt.

    Am Unternehmen gefällt uns die solide Auftragslage. Dennoch könnte selbst Ströer der digitale Wandel zu schaffen machen. Warten Sie bei dieser Aktie also besser noch ab!

  • 20.11.2017 11:39

    Diesel-Verbot oder Elektro-Antrieb – WashTec und Hella profitieren

    Während früher das Auto mit der Hand gewaschen wurde, übernimmt das heute die moderne Technik von WashTec.

    Dass damit gutes Geld zu verdienen ist, untermauern die Ergebnisse zum 1. Halbjahr: Der Umsatz stieg um 24,1% auf 209,9 Mio. €.

    Regional resultierte der Anstieg aus der positiven Entwicklung in Europa (+18,6%) und dem starken Wachstum in Nordamerika (+75,4%).

    Dabei hat sich in Nordamerika besonders das Großkunden-Geschäft hervorragend entwickelt.

    Überzeugt hat der Bereich Maschinen und Service (+25,3%), aber auch die anderen Bereiche entwickelten sich positiv.

    Das operative Ergebnis (EBIT) konnte WashTec um 61,3% auf 25,0 Mio. € erhöhen. Unter dem Strich stieg der Gewinn um 62,5% auf 1,30 € je Aktie.

    Die Bilanz von WashTec ist unverändert solide

    Die Eigenkapitalquote verringerte sich nur aufgrund der Dividenden-Ausschüttung auf 33,0%. Der Cashflow sank auf 7,5 Mio. €.

    Dabei ist zu beachten, dass in diesem Jahr hohe Steuer-Zahlungen auf die Ergebnisse der Vorjahre geleistet wurden. Bereinigt um diese Sondereffekte stieg der Mittel-Zufluss um 12,2%.

    In Deutschland werden die lokalen Vertriebs- und Service-Niederlassungen aufgelöst und am Hauptsitz in Augsburg konzentriert.

    Mit dieser Maßnahme werden Prozesse bereinigt und optimiert, um so die Kunden noch besser und flexibler bedienen zu können.

    Nachdem der Auftrags-Bestand deutlich über dem Niveau des Vorjahres lag, strebt WashTec im Gesamtjahr ein Umsatz-Wachstum auf mind. 420 Mio. € sowie eine EBIT-Rendite von über 12% an.

    WashTec im Unternehmens-Porträt

    WashTec wurde im Jahr 2000 durch den Zusammenschluss von California Kleindienst und der Wesumat AG gegründet.

    Heute ist der Konzern ein führender Anbieter von Fahrzeug-Waschanlagen für PKW, Nutz-und Schienen-Fahrzeuge und in mehr als 70 Ländern aktiv.

    Portal-Anlagen, Waschstraßen-Systeme und SB-Waschplätze bilden die Angebots-Palette im PKW- und Nutzfahrzeug-Bereich.

    Hella hat mit seinen Zahlen für das 1. Quartal die Markterwartungen verfehlt

    Zwar stieg der Umsatz um 4,9%, der Gewinn ging jedoch leicht zurück.

    Verantwortlich waren ein schwächeres Finanz-Ergebnis und eine höhere Steuer-Quote. Auch die operative Marge lag mit 7,6% nur knapp über dem Vorjahres-Niveau.

    Alle Sparten sind gewachsen, aber nur die kleinen Sparten Aftermarket und Special Applications haben auch ihre Profitabilität verbessert.

    In der Sparte Automotive, die für gut 75% des Gesamt-Umsatzes steht, schrumpfte die Marge von 8,4 auf 7,4%.

    Investitionen in die Erweiterung der Kapazitäten und neue Produkte haben die Ergebnis-Entwicklung belastet.

    Hella bestätigt die Jahres-Prognose

    Sowohl Umsatz als auch operatives Ergebnis sollen um 5 – 10% steigen. Das Margenziel lautet: rund 8%.

    Hella profitiert vom Trend zum autonomen Fahren und von der zunehmenden Elektrifizierung der Autos. Zudem werden immer mehr Fahrzeuge mit LED-Scheinwerfern ausgerüstet.

    Mittelfristig will der Konzern auch technische Lösungen für die Elektromobilität anbieten. Dazu gehören z. B. Kontroll-Systeme, die den Ladestand von Batterien überwachen.

    Der Bereich Elektromobilität spielt zwar noch keine große Rolle, soll aber 2020 schon 10% des Gesamt-Umsatzes ausmachen.

    Das Margenziel ist ambitioniert, aber erreichbar, wenn Hella seine neuen Kapazitäten gut auslasten kann.

    Die Abgas-Probleme der Automobil-Hersteller haben jedenfalls keinen Einfluss auf die Geschäfts-Entwicklung.

    Denn für den Absatz der Hella-Produkte ist es egal, ob mehr Diesel- oder Benzin-Fahrzeuge verkauft werden.

    Hella im Unternehmens-Porträt

    Die Hella GmbH & Co. KGaA wurde 1899 gegründet und ist heute ein führender Hersteller von Licht- und Elektronik-Systemen für die Automobil-Industrie (Sparte Automotive).

    Weitere Aktivitäten sind der Handel mit Kfz-Teilen und Zubehör (Aftermarket) sowie Beleuchtungen für Spezial-Fahrzeuge wie Trraktoren und Boote (Special Applications).

    Die Firma ist an 118 Standorten in 35 Ländern vertreten und notiert seit November 2014 an der Börse.

  • 20.11.2017 06:00

    Cloud, Industrie 4.0 - wie Sie von den großen Trends profitieren

    Wir können alles, außer Hochdeutsch. Damit wirbt das Land Baden-Württemberg für seine Industrie und Innovationskraft. Wie All for One Steeb zeigt, ist da ein Fünkchen Wahrheit dran. Denn das Unternehmen aus dem beschaulichen Filderstadt gehört zu den großen Mitgestaltern der digitalen Revolution. Und damit auch zu einem ihrer großen Nutznießer.

    Was machen die Schwaben?

    Big Money mit Big Data. Vereinfacht gesagt: Die Schwaben digitalisieren den Mittelstand. All for One Steeb ist der größte SAP-Partner im deutschsprachigen Raum, vertreibt die Software der Walldorfer samt Wartung und IT-Beratung für rund 2.000 mittelständische Unternehmen vor allem aus der Autoindustrie, dem Anlagenbau und der Konsumgüterbranche.

    Dabei profitiert der Dienstleister in den kommenden Jahren vor allem von der rasant zunehmenden Digitalisierung der Fabriken (Stichwort: Internet der Dinge) – und den Cloud-Dienstleistungen.

    All for One Steeb wächst doppelt so schnell wie der IT-Markt

    Trotz zweistelliger Wachstumsraten bei Umsatz und Ergebnis, bekam die Erfolgsgeschichte im vergangenen Jahr Risse. Der Grund: Das Verhältnis von Umsatzwachstum und Entwicklung der wiederkehrenden Umsätze hat den Anlegern nicht gefallen. Tatsächlich legten die wiederkehrenden Umsätze, die durch Wartungs- und Dienstleistungsverträge und betreute Cloud-Dienste entstehen, nur um 7% zu, während der Gesamtumsatz um 10% stieg.

    Das ist zu kurz gedacht. Denn das Unternehmen investiert derzeit stark in den Ausbau von Zukunftsgeschäften. Und die sollten sich bereits im kommenden Jahr rechnen und den Aktienkurs wieder anschieben. Außerdem wächst All for One Steeb mit dem organischen Wachstum von 7% immer noch mehr als doppelt so schnell wie der IT-Service-Markt in Deutschland (2016: +2,7%).

    Das Potenzial ist riesig

    Enormes Potenzial ergibt sich dabei für All for One Steeb aus der Einführung von S/4/Hana. SAP hat sich mit der Einführung einer komplett neuen Software-Generation mehr als zwei Jahrzehnte Zeit gelassen. Dafür gelang SAP ein Quantensprung. Denn Hana kann nahezu in Echtzeit riesige Datenmengen auswerten und analysieren.

    Diese Neuentwicklung ist nötig, da immer mehr Geräte und Maschinen über das Internet der Dinge (Internet of Things) miteinander vernetzt sind und untereinander kommunizieren. Bis 2025 will SAP alle seine Bestandskunden auf Hana umgestellt haben. Das betrifft bei All for One Steeb allein 1.200 Kunden. Schon aus der Umstellung ergibt sich für die Schwaben also erhebliches Zusatzgeschäft.

    Das Feld ist bestellt

    Für All for One Steeb dürfte neben Hana vor allem das Cloud-Geschäft der wichtigste Wachstumstreiber der nächsten Jahre sein. Denn immer mehr Software-Anwendungen wandern in die Cloud. Das heißt, die Software wird nicht mehr für jeden Rechner im Unternehmen gekauft und aufgespielt, sondern wird gemietet und liegt wie die dazugehörigen Daten in der IT-Wolke bereit, wo sie von überall genutzt werden kann.

    Bezahlt wird im Abo-Modell, wie Sie das vielleicht von Diensten wie Spotify oder Netflix kennen. Das Feld ist für All for One Steeb also bestellt. In den kommenden Jahren rechne ich mit einem konstanten Umsatzwachstum von rund 10% jährlich.

    Nach dem Rücksetzer nimmt die Aktie wieder Fahrt auf. Die Wartezeit wurde Ihnen mit einer kleinen Dividende versüßt.

  • 16.11.2017 11:06

    Fuchs Petrolub: Nr. 1 unter den unabhängigen Schmierstoff-Anbietern

    Fuchs Petrolub hat es wieder getan: hervorragende Zahlen abgeliefert und die Prognose angehoben.

    In Sachen Gewinn liefert Fuchs einen Rekord nach dem anderen. Auch beim Umsatz kann der Hersteller von Schmierstoffen eine neue Höchstmarke vorweisen.

    Konzernchef und Gründer-Nachfahre Stefan Fuchs will, dass sein Unternehmen auch dieses Jahr bei Umsatz und Gewinn kräftig zulegt. Bislang hat er offenbar alles richtig gemacht.

    Fuchs Petrolub mit Rekord-Ergebnissen

    Schmierstoffe – ohne sie würde unsere motorisierte Welt ziemlich schnell stecken bleiben.

    Sie können die Leistungsfähigkeit von Maschinen erhöhen und sind somit für die Industrie unverzichtbar. Gerade in diesem Spezial-Segment hat sich Fuchs einen Namen gemacht.

    Der Familienbetrieb ist seit 85 Jahren erfolgreich im weltweiten Schmierstoffmarkt tätig – und die Geschäfte laufen im wahrsten Sinne des Wortes „wie geschmiert“:

    Im 1. Halbjahr 2017 hat Fuchs den Umsatz vor allem volumenbedingt um 9,8% auf 1,25 Mrd. € gesteigert. Organisch ist der Konzern um 7% gewachsen.

    Besonders gefragt waren die Schmierstoffe in den Regionen Asien-Pazifik, Afrika sowie Nord- und Südamerika.

    Auch das Ergebnis ist gestiegen: Insgesamt haben sich das operative Ergebnis (EBIT) um 4% auf 190 Mio. € sowie das Ergebnis nach Steuern um 6% auf 134 Mio. € erhöht.

    Monopolartige Stellung wird ausgebaut

    Auch in den nächsten Jahren wird der Konzern weiter aufs Gaspedal drücken.

    Insbesondere in den Schwellenländern schlummert aufgrund des bisher noch niedrigen Schmierstoff-Verbrauchs hohes Wachstums-Potenzial.

    Deshalb will Fuchs bis 2018 rund 300 Mio. € in den Ausbau bestehender Werke und den Bau neuer Werke investieren.

    Jüngst eröffnete man ein neues Schmierfettwerk im Süden von Chicago. Dabei handelt es sich um das modernste Werk seiner Art in ganz Nordamerika.

    Geschäftsmodell auf dem Prüfstand

    Fuchs Petrolub erfüllt 6 von 8 messbaren Qualitäts-Kriterien:

    1. Das Geschäft ist einfach zu verstehen.
    2. Die Schmierstoffe sind unter Insidern weltweit bekannt und werden täglich verwendet.
    3. Das Unternehmen zeichnet sich durch eine dauerhaft überdurchschnittliche Eigenkapital-Verzinsung, durch hohe Wachstumsraten und eine moderate Bewertung aus.
    4. Die Bilanz ist kerngesund.
    5. Fuchs ist schuldenfrei, die Eigenkapitalquote beträgt hervorragende 72%.
    6. Das Geschäftsmodell überzeugt mich, und es ist weitgehend unabhängig von konjunkturellen Einflüssen.

    Fuchs Petrolub ist für die kommenden Jahre bestens aufgestellt

    Vor allem die Geschäfte in China, im Mittleren Osten und in Südafrika werden für weiteres Wachstum sorgen. Auch durch gezielte Übernahmen will Fuchs wachsen.

    Mit meinen Annahmen für die Berechnung der zu erwartenden Rendite komme ich auf eine durchschnittliche jährliche Kursrendite von 16%.

    Selbst wenn das Tempo der vergangenen Jahre nicht gehalten werden kann, wird die Aktie kontinuierlich steigen.

    Als Bonus erhalten Sie eine ordentliche Dividendenrendite; für 2018 erwarte ich 2,1%.

  • 16.11.2017 06:00

    Porr: Bau-Unternehmen auf Wachstumskurs

    Die Diskussion um hohe Mieten und knappen Wohnraum in Ballungszentren gibt es nicht nur in Deutschland.

    Die Baubranche scharrt bereits mit den Hufen und wünscht sich staatlich geförderte Bauprogramme und Subventionen.

    Doch schon die hohen Immobilienpreise haben dafür gesorgt, dass es wieder mehr Bauprojekte gibt.

    Adressaten sind natürlich eher diejenigen Mieter oder Eigentümer, mit denen auch gut zu verdienen ist.

    Doch nicht nur in der Wohnwirtschaft gibt es einen Boom, auch im Bereich der Infrastruktur wird aktuell viel gebaut.

    Der Branche geht es eigentlich gut. Wir haben für Sie einen Titel aus Österreich genauer unter die Lupe genommen:

    Porr: Tradition verpflichtet

    1869 gegründet, gehört Porr heute zu den größten Baukonzernen in Österreich.

    Die Leistungen umfassen alle Bereiche der Bauwirtschaft vom Wohnbau bis hin zu komplexen Infrastruktur-Projekten.

    Das Unternehmen gliedert sich seit 2016 in die Sparten

    • A-CH-CZ,
    • Deutschland,
    • Internationales,
    • Umwelttechnik/Healthcare & Services
    • sowie Holding.

    Standorte befinden sich in 10 Ländern Europas sowie in Saudi-Arabien und Katar.

    Die aktuellen Zahlen

    Porr ist im 1. Halbjahr akquisitionsbedingt kräftig gewachsen:

    Der Umsatz stieg um 17,4%, die Produktions-Leistung um 21,2% auf 2 Mrd. €, der Auftrags-Eingang um 13,5% auf 2,9 Mrd. € und der Auftrags-Bestand um 4% auf den Rekordwert von 5,7 Mrd €.

    Der Gewinn brach jedoch nahezu vollständig weg.

    Zum einen belastete die Integration von 2 Zukäufen in Deutschland die Ergebnis-Entwicklung, zum anderen verursachten die Sanktionen gegen Katar höhere Kosten in der Logistik.

    Die Zukäufe hatten auch negativen Einfluss auf die Bilanz: Aus der Netto-Liquidität von 53,3 Mio. € zu Jahresbeginn wurde eine Netto-Verschuldung von 375 Mio. €.

    Wann tragen die Investitionen Früchte?

    Im September hat Porr noch die Übernahme der Salzburger Hinteregger Gruppe (Produktions-Leistung 2016: 220 Mio. €) abgeschlossen.

    Damit hat man schließlich seine Marktposition in den Bereichen Untertage-, Tief- und Kraftwerksbau gestärkt.

    Mithilfe der Übernahme will der Konzern Produktions-Leistung und Auftrags-Bestand in diesem Jahr kräftig steigern. Operatives Ergebnis und Gewinn werden dagegen geringer ausfallen.

    Das Management ist aber davon überzeugt, dass sich die Investitionen in externes Wachstum mittelfristig auszahlen werden.

    Voraussetzung für eine Trendwende bei der Profitabilität ist aber auch eine rasche Normalisierung der Lage in Katar. Andernfalls sind hohe Abschreibungen auf 3 laufende Großprojekte nicht auszuschließen.

    Die Aktie hat seit Februar kräftig an Wert verloren. Noch gibt es keine Anzeichen für eine Trendumkehr.

    Das Management muss erst beweisen, dass die Vorteile der Akquisitionen die hohen Investitionen rechtfertigen. Bleiben Sie der Aktie besser noch fern!

  • 15.11.2017 10:54

    Deutschland konsumiert – Der Wirtschafts-Motor brummt

    Die deutsche Wirtschaft ist in einer sehr guten Verfassung.

    2016 ist das Bruttoinlandsprodukt (BIP) preisbereinigt um 1,9% gestiegen. Das ist zum einen das stärkste Wachstum seit 2011.

    Zum anderen erfüllt Deutschland damit die Zielvorgabe der EZB, dem BIP-Wachstum, nahe, aber unter 2%.

    Seit Jahren ist der private Konsum Wachstumstreiber Nr. 1. Daran hat sich auch im laufenden Jahr nichts geändert. Der Beschäftigungs-Aaufbau nimmt weiter Fahrt auf.

    Das Haushalts-Einkommen steigt, die Binnen-Wirtschaft boomt. Auch die öffentlichen Konsum- und Investitions-Ausgaben haben zugenommen.

    Dennoch wird Deutschland auch 2017 als eines der wenigen EU-Länder einen Budget-Überschuss erzielen.

    Ein latentes Problem stellt nach wie vor das gesellschaftliche Ungleichgewicht dar, besonders in Bezug auf die Vermögens-Verteilung.

    Die Spanne zwischen reich und arm nimmt weiter zu. Die Auswirkungen zeichnen sich in politischer Polarisierung und gesellschaftlichen Spannungen ab.

    Die Zustimmung in der EU steigt

    Die Europäische Union und der Euro als gemeinsame Währung haben die wirtschaftliche Entwicklung jahrelang beflügelt.

    Während das BIP pro Kopf seit Einführung des Euros in Deutschland nur ein einziges Mal zurückging (2009), schwankt die Zustimmung innerhalb des Währungs-Raumes weitaus deutlicher.

    Im Schatten der Währungs-Krise 2013 standen den EU-Befürwortern mit 30% dieselbe Anzahl an EU-Gegnern gegenüber. Seit dem BrExit-Votum steigt die Zustimmung in der EU wieder deutlich.

    Das zeigt einerseits das Euro-Barometer, das mit 21% EU-Gegnern zu 40% EU-Befürwortern in eine klare Richtung zeigt.

    Andererseits dominierten proeuropäische Kandidaten die Wahlen in den Niederlanden, Österreich und Frankreich.

    Die aufhellende Stimmung liegt v. a. an den positiven Wirtschaftsdaten: Die wirtschaftliche Erholung hat alle Mitglieds-Staaten erreicht.

    Das jährliche Wachstum liegt bei rund 2%, und die Arbeitslosen-Quote ist mit 8% auf dem tiefsten Stand seit 9 Jahren.

    Der Privat-Konsum zieht weiter an

    Der Privat-Konsum hat in den vergangenen Jahren das Wirtschafts-Wachstum zuverlässig angeheizt. Die OECD veröffentlichte im September ihre Prognose, die weiteres Wachstum verspricht.

    Denn während die Anzahl der Beschäftigten 2017 um 1,5% und 2018 um weitere 1,1% steigen soll, rechnen die Ökonomen mit einer historisch niedrigen Arbeitslosen-Quote von 3,7% für 2018.

    Das für den Privat-Konsum ausschlaggebende Haushalts-Einkommen soll den Prognosen zufolge 2017 um 3,2% und 2018 um 2,9% zulegen.

    Bei einer Preissteigerung von lediglich 1,9 und 1,6% bedeutet das vor allem eines: Den Deutschen bleibt mehr Geld zum Konsumieren übrig.

    Diese Entwicklung belegt auch das Konsum-Klima unter den Verbrauchern, dass sich im September erneut verbessert hat und mit 10,9 Punkten deutlich über dem langjährigen Durchschnitt liegt.

    Auch die Einkommens-Erwartungen zogen an, und die Anschaffungs-Neigung ist weiterhin sehr ausgeprägt. Darüber hinaus nimmt die private Haushalts-Verschuldung ab.

    Die hervorragende Stimmung unter den Verbrauchern spricht dafür, dass der private Konsum eine zuverlässige Stütze des gesamtwirtschaftlichen Aufschwungs bleibt.

    Chinesische Übernahmen auf Rekordhoch

    China verfolgt die staatlich aufgelegte Internationalisierungs-Strategie „Made in China 2025“ auf Hochtouren.

    Seit 2015 werden internationale Firmen-Übernahmen durch die chinesische Regierung massiv gefördert.

    Im Fokus stehen dabei zehn Industrien, u. a. die Luft- und Raumfahrt, Hochgeschwindigkeits-Züge, Elektromobilität und der Ausbau der Stromnetze.

    Dabei geht es den Chinesen primär um den Zukauf neuer Technologien – Schlagwort: Industrie 4.0.

    Die Übernahmen des Maschinenbau-Spezialisten Aixtron, des Roboter-Herstellers KUKA oder des Spezialfahrzeugbauers Kion sind nur wenige Beispiele.

    Im Jahr 2016 sind insges. 85,8 Mrd. $ von chinesischen Konzernen nach Europa geflossen. Die Anzahl der Zukäufe ist um 47,8% auf 309 gestiegen.

    Das beliebteste Übernahmeziel ist mit 68 Übernahmen Deutschland, vor Großbritannien mit 47 und Frankreich, wie auch Italien mit jeweils 34.

    Nach 0,5 Mrd. $ im Jahr 2015 kletterte das Investitions-Volumen chinesischer Investoren in Deutschland auf 12,6 Mrd. $.

    Diese Zahlen belegen, dass der Know-how-Transfer in vollem Gange ist. Von der aggressiven Expansions-Strategie Chinas profitierte dieses Jahr v. a. der Logistikexperte VTG.

    Deutschland reagiert mit aktualisierter Außenwirtschafts-Verordnung

    Grundsätzlich ist dieser Zufluss von Kapital positiv zu bewerten, zeigt er doch die Attraktivität des Wirtschafts-Standorts Europa. Doch die Investitionen sind einseitig.

    Während sich chinesische Investoren auf industrielle Hoch- und Schlüsseltechnologie-Unternehmen konzentrieren, bleibt Europa der chinesische Markt verschlossen.

    Firmen-Gründungen können nur gemeinsam mit einem chinesischen Partner erfolgen, der die Mehrheit des Joint Ventures hält und damit ein Recht an der eingesetzten Technologie hat.

    Mit der Änderung der Außenwirtschafts-Verordnung, die am 18. Juli 2017 in Kraft getreten ist, reagiert die Bundesregierung.

    Beteiligungen unionsfremder Investoren von mehr als 25% an inländischen, kritischen Infrastruktur-Konzerne müssen nun gemeldet werden.

    Dazu zählen alle Firmen aus den Bereichen

    • Energieversorgung,
    • Informationstechnik und Telekommunikation,
    • Transport und Verkehr,
    • Gesundheit,
    • Wasser-Versorgung,
    • Ernährung
    • sowie Finanz- und Versicherungswesen.

    Im nächsten Schritt hat das Bundeswirtschaftsministerium 3 Monate Zeit, um den Übernahme-Antrag zu überprüfen und ggf. zu untersagen.

    Staatliche Regulierungen sind grundsätzlich nicht wirtschaftsfördernd.

    In diesem Fall begrüßen wir jedoch die Initiative, da das Ungleichgewicht langfristig zu Wettbewerbs-Einbußen führen könnte.

    Fazit

    Deutschland profitiert von der wirtschaftlichen Erholung in den Hauptabsatzmärkten der EU, aber auch in den USA.

    Das ifo Geschäftsklima klettert 2017 in den 3 Kategorien Geschäftsklima allgemein, Geschäfts-Erwartungen und Geschäftslage auf neue Höchststände.

    Der Auftrags-Eingang der produzierenden Industrie nimmt seit 2014 tendenziell zu und die Einzelhandels-Umsätze stiegen seit 2010 um mehr als 14%.